Der Graufilter

Es gibt genügend Situationen bei denen der Fotograf gerne länger Belichtungszeiten hätte, als die Kamera momentan anbietet.
Dies tritt dann ein, wenn das Licht so stark ist und die Blende schon auf dem kleinsten Wert (höchste Blendenzahl) steht.

Beispiel Wasserfall oder Fluss:
Bei starkem Sonnenschein möchten Sie einen Wasserfall fotografieren. Das Wasser soll dabei verschwommen also "weich" wirken.
Dies klappt aber nur, wenn Sie eine relativ lange Belichtungszeit von ca. 1/60 oder noch weniger haben.
Durch die starke Sonne erhalten Sie aber trotz kleinster Blende eine Zeit von 1/500 sec.

Eine andere Situation kann sein, dass eine offenere Blende (kleinere Blendenzahl) für das Motiv vorteilhaft wäre.
Dies tritt z.b. ein, wenn Sie Portraits oder Personen fotografieren wollen. Hier sorgt eine offene Blende für wenig Schärfentiefe.
Die Hauptperson wird scharf abgebildet und der Hitnergrund verschwimmt.
Wenn nun aber die Sonne so sehr scheint oder das Umgebungslicht so stark ist, müssen Sie zwangsweise abblenden.

Ein Graufilter – oder auch ND-Filter (ND = Neutraldichte) ist hier in beiden Fällen die richtige Wahl.

In beiden Situationen schrauben Sie den Graufilter auf das Objektiv. Dadurch erhalten Sie eine wesentliche Lichtreduktion.
Hatten Sie beispielweise vorher eine Blende von 20 und eine Belichtungszeit von 1/250 sec., können Sie nun die Blende öffnen und z.b. nur 8 einstellen. Dadurch verringert sich die Schärfentiefe.
Oder aber Sie lassen die Blende bei 20 und bekommen dann eine wesentlich länger Belichtungszeit. Dadurch wird das fliessende Wasser verschwommen.
Bedenken Sie, dass aufgrund der längeren Belichtungszeit oft ein Stativ gegen die Verwacklungsgefahr vorteilhaft ist.

Die Stärke eines Graufilters wird als Filterfaktor, in Blendenstufen oder in Dichte angegeben.
Hat er z. B. eine Stärke von zwei Blendenstufen, so lässt er nur noch ein Viertel des Lichts hindurch.
Statt 1/1.000 Sekunde Belichtungszeit ist so 1/250 Sekunde nötig bzw. die Blende lässt sich von F5,6 auf F2,8 öffnen.

Sinnvoll wird ein Graufilter erst mit einer Stärke von mindestens 3 Blendenstufen (Filterfaktor 8), für stärkere Effekte eher 6 Blendenstufen (Filterfaktor 64). Kombiniert man zwei Filter, multipliziert sich der Filterfaktor während sich die Blendenstufen addieren.


Beispielfotos mit Graufilter


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