Schärfentiefe

Das grösste Problem bei Makro-Aufnahmen ist die Schärfentiefe.
Je grösser der Abbildungsmaßstab, also je näher ran man an das Objekt kommt, umso geringer wird die Schärfentiefe. Im Extremfall sind es nur wenige Millimeter.
Stellen Sie sich vor wie schwierig es da wird einen Schmetterling oder eine Blume von vorne bis hinten scharf abzubilden.
Weitwinkel-Objektive scheinen eine größere Schärfentiefe zu haben als längere Brennweiten - dies ist aber nicht richtig, da dieser Effekt einzig auf ihrer geringeren Vergrößerung des Aufnahmebildfeldes beruht.

Die einzige Möglichkeit die Schärfentiefe zu erhöhen ist es, die Blende zu verkleinern (höhere Blendenzahl).
Sie haben also mit Blende 22 eine wesentlich grössere Schärfentiefe als mit Blende 5,6.
Ganz so einfach ist leider in der Praxis nicht. Denn hier spielt im wesentlichen auch die Qualität der Optik eine grosse Rolle.
Nahezu jedes Objektiv (auch bei Kompakt-Digitalkameras) ist so gerechnet und konstruirt, dass die Abbildungsleistung bei ganz offener Blende (kleinste Blendenzahl) am schlechtesten ist. Die optimale Leistung der Optik erreicht man bei mittleren Blendenwerten, also ca. 8-11. Darüber hinaus, also etwa bei Blende 20-30, kommt es zu sogenannter Beugungsunschärfe. Die Abbildungsqualität wird wieder geringer.

Eine kleinere Blende wirkt sich auch nachteilig auf die Belichtungszeit aus.
Diese wird einiges länger. Wenn Sie im Beispiel oben bei Blende 5,6 eine Zeit von 1/60 sec. hatten, kann es unter Umständen bei Blende 22 schon 1 sec. sein.
Hier ist die Gefahr der Verwacklung sehr gross. Dem entgegen zu wirken hilft nur ein Stativ und möglichst ein Selbstauslöser. Denn selbst der Klick mit dem Finger auf den Auslöser kann das Bild verwackeln.

Gegen lange Belichtungszeiten können Sie eine höhere ISO Zahl einstellen. Dann steigt aber wieder die Gefahr des Bildrauschens.
Im Prinzip muss durch einiges Experementieren das optimale Verhältnis zwischen Blende, Zeit und ISO Wert herausgefunden werden.

Spiegelreflex-Digitalkamera
Die Ausleuchtung

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