Schärfen und Weichzeichnen

Fotos schärfen und weichzeichnen

Nahezu jedes Foto das aus der Digitalkamera kommt muß bzw. sollte ein wenig geschärft werden.
Die Bilder wirken einfach besser wenn man Sie im Internet zeigt oder auch später ausdruckt.

Doch zuerst; was passiert eigentlich beim schärfen?
Jedes Foto besteht aus Pixel oder Bildpunkten. Wenn man ein Foto extrem vergrössert sieht man diese eckigen Quadrate ganz gut. Es gibt aber eigentlich keine unscharfen Kanten der Pixel.
Auch werden keine Linien begradigt oder sonst etwas in der Richtung.
Der visuelle Effekt von einem scharfen Foto wird von der Software ganz anderes gemacht.

Das Bildbearbeitungsprogramm sucht im Foto nach Kanten und Linien und verändert dann die Helligkeit und den Kontrast an den Schnittstellen benachbarter Pixel. Daher wirkt ein Foto auch schon etwas schärfer, wenn man es nur mit den Graduationskurven kontrastreicher gestaltet.

Man muss es sich so vorstellen: Je gleichmäßiger und identischer die Farbwerte von einer Struktur bzw. von zwei angrenzenden Pixel ist, desto weicher wirkt das Foto. Wird nun der Kontrast an den Übergängen angehoben, wirkt das Foto schärfer.

Ich habe versucht dies an einem extrem vergrösserten Ausschnitt eines Bildes zu demonstrieren.
Im linken unbearbeiteten Bild sind die angrenzenden Pixel relativ gleichmäßig von den Tonungen her.
Im rechten Foto wurde nun eine Schärfung durchgeführt. Man sieht sofort das die Unterschiede an Helligkeit und Kontrast zunehmen. Manche Pixel sind wesentlich dunkler.

Hier die eingestellten Werte der Unscharf Maskierung  Eine Ausschnittsvergrösserung vor dem Unscharf Maskieren.  Die Ausschnittsvergösserung nach dem Unscharf Maskieren. Man sieht deutlich das die benachbarten Pixel mehr Kontrast und teilweise dunkler sind. 

In Photoshop und anderen Bildbearbeitungsprogrammen gibt es zwei unterschiedliche Methoden um Fotos zu schärfen. Es gibt die normale Schärfung und das Unscharf Maskieren. Beide Werkzeuge werden im Menü Filter-Scharfzeichnungsfilter aufgerufen.

Bei Aufnahmen mit vielen Kanten und Linien und eher geometrischen Formen, kann auch ein Versuch mit dem Werkzeug "Konturen scharfzeichnen" zum Erfolg führen. Hierbei wird nicht die gesamte Fläche des Fotos geschärft, sondern nur die vorhandenen Linien und Kanten.
Bei Landschaftsaufnahmen oder Blumenaufnahmen wirkt dieser Filter jedoch kaum.

Das Werkzeug Ihrer Wahl sollte immer das "Unscharf maskieren" bzw. die Unschärfemaske sein. Auch wenn es sich eher nach Weichzeichnen anhört, diese Methode ist meisten die Beste und das Verfahren arbeitet ganz anders.
Der große Vorteil an dieser Methode ist es, dass der Kontrast und die Helligkeit relativ wenig verändert werden.
Die Unschärfemaske hat fast immer drei einstellbare Werte:

Der erste Wert, also die Prozentzahl der Schärfe gibt an wie stark das Foto geschärft werden soll.

Die Option Radius bestimmen Sie, wie viele Punkte neben der Kontur mit von der Änderung erfasst werden sollen. Stellen Sie hier keine zu hohen Werte ein, sonst kann ein Foto schnell unschön und überschärft wirken.
Beachten Sie bitte, dass der Radius Wert auch von der Bildauflösung abhängt. Haben Sie ein Foto mit hoher Auflösung (etwa 3000x2000 px) kann der Wert bei 2 oder 3 Pixel stehen. Ansonsten empfiehlt sich eher ein Wert bei 1 oder 0,8.

Der Wert Schwellenwert bestimmt, wie stark der Helligkeitsunterschied benachbarter Bildpunkte sein muss, bevor der Kontrast geändert wird. Das bedeutet: Je niedriger dieser Wert, desto schärfer der Eindruck. Empfehlenswert ist hier ein Wert von ca. 2

Das "normale" Werzeug Scharfzeichnen arbeitet nicht nach diesem Prinzip. Hier kann ein Foto schnell überschärft werden. Probieren Sie einfach einmal beide Methoden aus.

Wichtig:
Empfehlenswert ist immer, dass der Schärfe-Prozess ganz am Ende der Bearbeitungskette steht. Verändern Sie also vorher alles andere am Bild und ganz am Schluss erst das Schärfen.
Haben Sie ein Foto von z.b. 3000x2000 Pixel auf 800x600 verkleinert sollte die Schärfung am kleinen Foto nochmals durchgeführt werden.

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